The Wild Women of Wongo

„Savage in battle… primitive in love… prehistoric beauties live by the code of the jungle! “
Fell-Bikini-Filme – Teil 1

Mutter Natur herself mimt in diesem B-Movie den Off-Erzähler und berichtet von einem Experiment, das sie zu ihrer – und unser aller – Belustigung auf einer einsamen Insel durchgeführt hat: Auf der einen Seite der Insel lebt der Stamm der hässlichen Männer, mit ihren hübschen Frauen. Auf der anderen Seite wohnen die hübschen Männer – sie haben die ganzen hässlichen Frauen abbekommen. Als die Affenmenschen vor der Türe stehen und die harmonische Stimmung gefährden, schicken die schönen Männer einen Gesandten zu den hässlichen um einen „Verteidigungspakt“ zu schließen… Der Krokodilgott spielt noch eine entscheidende Rolle, eine durchgeknallte Königin redet mit ihrer Hand und führt Tänze auf, die wirken wie auf einem psychedelischen Drogen-Trip. Und ein Papagei kommentiert das ganze Elend auch noch unentwegt.

Das klingt alles ziemlich abgefahren und kommt extrem cheesy daher. Darüber hinaus war James L. Wolcott’s Regiedebüt „The Wild Women of Wongo“ die Endstation für viele, viele untalentierte Darsteller. Fast durch die Bank haben diese nie wieder in einem anderen Film mitgespielt. Schade eigentlich, denn nicht nur die schauspielerischen Leistungen, auch die Kulissen, die Musik, Kamera.. eigentlich alles an diesem Film ist so unglaublich schlecht, dass es mir schon wieder Spaß gemacht hat das anzuschauen. Eine Trash-Perle aus den 50ern, die mich darin bestärkt in Zukunft mehr Fell-Bikini-Filme zu sehen.

Add comment | Filme | Daniel,   Mi 1 Sep 2010

„He looks at you like you’re something to eat.“

„Mit Romantik oder gar Leidenschaft hätte Bella ihren Umzug nach Forks, einer langweiligen, ständig verregneten Kleinstadt in Washington State, kaum in Verbindung gebracht. Bis sie den geheimnisvollen und attraktiven Edward kennen lernt. Er fasziniert sie, obwohl irgendetwas mit ihm nicht zu stimmen scheint. So gut aussehend und stark wie er kann kein gewöhnlicher Mensch sein. Aber was ist er dann?“ (1)

Wir wissen alle was er ist. Selbst diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben oder die den Film nicht gesehen haben. Selbst diejenigen, die es eigentlich gar nicht wissen wollen. Nach dem ganzen Hype um die Twilight-Saga wollte ich wissen, was wirklich dran ist, und wieso die halbe Welt Kopf steht. So genau weiß ich es immer noch nicht, denn was auf das Buch zutrifft könnte ich in ähnlicher Form auch über den Film sagen: Er ist weder visuell noch inhaltlich etwas besonderes. (weiterlesen…)

Add comment | Filme | Daniel,   So 22 Aug 2010
Quantum of Solace

„There is something horribly efficient about you.“

Schon mit „Casino Royal“ ist Bond härter geworden – mit „Quantum of Solace“ ist er endgültig zum harten Hund mutiert. Nach Sean Connery und Roger Moore (die anderen beiden zählen nicht), die mit ihrem Charme und einer unglaublichen Lässigkeit punkten konnten, musste erst ein geschniegelter Milchbubi in Form von Pierce Brosnan kommen, bevor Bond sich endlich neu erfinden durfte. Und auch das Teaser-Poster deutete es an: Bond ist verdammt cool.

Wurde bei „Casino Royal“ nicht nur mit dem Image, sondern auch mit der Kontinuität gebrochen, so führt „Quantum of Solace“ den Stil und die Story des Vorgängers nahtlos fort. Da ist es nicht verwunderlich, dass wir uns bereits vor dem Vorspann mitten im Geschehen befinden: Bond liefert sich eine actionreiche Verfolgungsjagd. Rasant geschnitten, atemlos. Der gesamte Film bleibt so schnell. Die Story stört dabei kaum – und ist für 007 Verhältnisse sogar einigermaßen realistisch. Das einzige was gewöhnungsbedürftig ist, dass – mit Ausnahme einer Goldfinger-Reminiszenz das „alte“ Bond-Flair nur beim Abspann aufkommt. So bleibt das Gefühl einen 100-minütigen Trailer gesehen zu haben. Und das ist ja zwischendurch auch nicht so schlecht.

Add comment | Filme | Daniel,   So 22 Aug 2010

„Arab means open from 8 til midnight, even Sunday.“

Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran

François Dupeyron verfilmt mit „Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran“ den gleichnamigen Bestseller von Eric-Emmanuel Schmitt. Er bleibt ziemlich nah an der literarischen Vorlage aber obwohl er selbst Dialoge 1:1 übernimmt, schafft er es nicht die Atmosphäre des Buchs auf Zelluloid zu übertragen. Damit verliert er das bisschen, was das Buch für mich interessant machte. Denn das was übrig bleibt ist bewegte Erbauungsliteratur auf dem Niveau von Glückskeks-Weisheiten.

Add comment | Filme | Daniel,   So 22 Aug 2010

“Wenn du still bist, bist du für mich nicht da, gibt es dich nicht, du existierst einfach nicht.”

Jakob verliert bei einem Autounfall das Augenlicht. Und mit der Dunkelheit kommt die Verzweiflung. Der einst selbstsichere und bestimmende Theaterregisseur ist es nicht gewohnt auf andere angewiesen zu sein, und er kommt nicht mit seiner neuen Situation zurecht. So reagiert er auch auf Lilly, die ihm Hilfe anbietet, erst abweisend. Doch er wird Lilly, die seit ihrer Geburt blind ist, nicht so schnell los, und sie wird eine stetige Begleitung auf seiner „Reise“.

Das klingt metaphorisch – ist aber gar nicht so gemeint. Oft wird im Film eine solche “Reise zu sich selbst” als Roadmovie inszeniert. Und auch Lars Büchel wählt diesen Weg. – Leider. Die beiden Blinden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, raufen sich zusammen. Sie erkennen beide was wichtig ist im Leben und – wie könnte es anders sein – verlieben sich ineinander.
Dabei fängt alles so schön an. Mit einer durchaus ästhetischen Parallelmontage werden die beiden Hautcharaktere eingeführt. Sensible – fast unscheinbar – sind die ersten Minuten inszeniert. Doch mit dem Schwenk vom Drama zum Roadmovie verliert der Film nicht nur seine örtliche Verankerung, sondern entgleitet ihm auch die Story. Ein bisschen konfus, ein bisschen skurril. Etwas konstruiert und ein wenig gewollt wird alles im weiteren Verlauf. Schade.

Add comment | Filme | Daniel,   Sa 14 Aug 2010